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Projekt "Ernährung"

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Projekt "Ernährung"
Anregung für diese Rubrik und das dahinterstehende Projekt waren die immer wiederkehrenden Fragen aus meiner beratenden Tätigkeit im Rahmen des Gesundheitscoaching und ganz aktuell der Besuch eines Vortrags über Ernährung.
Die Vortragenden dort referierten über die aus ihrer Sichtweise beste Ernährung für die beste Gesundheit.
 
Nur leider litt der vortragende Schulmediziner unter kräftigem Übergewicht und die vortragende "ärzt. gepr. Ernährungsberaterin" unter einer Erkältung.
Beide brauchten aus meiner Sicht eigentlich gar nichts mehr zu sagen. Ihre Körper sprachen für sich. Mit solch einem "Aushängeschild" über Gesundheit zu sprechen und unbedarften Menschen noch Tipps zu geben wie sie diese Gesundheit erreichen können ist schon eine Farce.
Wird nämlich ein Körper richtig ernährt und gepflegt gibt es solche Symptome nicht! (Sie glauben mir nicht? Dann probieren Sie es doch einmal aus, so wie ich es nun mache)
 
Aus diesem Grund mache ich jetzt einen Selbstversuch. Ich stelle meine Ernährung einfach mal um. Mein Ziel: Rohkost auf rein pflanzlicher Basis. Warum?
Ich glaube, nach verschiedenen Selbsterfahrungen, in den uns von der Natur unverarbeitet bereitgestellten Nahrungsmitteln die Nahrung zu sehen, die für einen menschlichen Körper gemacht ist.
 
Alle daraus zubereiteten, erhitzten und sonst wie verarbeiteten Speisen kann unser Körper nicht zu 100% verarbeiten. Es bleiben immer Reste übrig, die, falls sie nicht vom Körper wieder ausgeschieden werden können, diesen auf Dauer mehr oder weniger verschlacken und vergiften ("Jeder zweite Deutsche stirbt an einem Herzleiden", Statistisches Bundesamt, 2003).
 
Ob ich das auf Dauer durchhalte weiß ich nicht.
Aber ich probiere es jetzt einmal aus u.a. auch weil ich mich nicht auf die Ratschläge der o.g. "Experten" einlassen möchte.
Da ich mir und meinem Körper vertraue, traue ich mir das auch guten Gewissens zu. Die besten Erfahrungen sind schließlich die die man selber macht
 
Ich habe mir erstmal 4 Wochen eingeplant. Wenn ich mich danach gut fühle, mache ich weiter. Wenn nicht, höre ich auf. Aber ich denke 4 Wochen müssen mindestens sein, um meinem Körper zumindest eine leichte Umstellung erfahren zu lassen. In dieser Zeit esse ich möglichst nur rohe Pflanzen, Früchte, Nüsse, Samen. Falls ich keine Wildpflanzen finde, nehme ich welche aus Bio-Anbau (z.B. aus eigenem Garten, ohne Dünger u. Pestizide) oder falls nicht anders machbar aus konventionellem Anbau.
Bei den Getränken kommt erstmal nur Wasser zum Einsatz, und zwar nur Leitungs- oder Osmosewasser (hochgradig reines Wasser). Bei Mineralwässern ist die Entschlackungswirkung geringer. Später werde ich auch noch selbstgepresste Obst- und Gemüsesäfte hinzunehmen.
 
Tag 1:
Daten:
187 cm, 88,7 kg, 21% Körperfett, Morgenurin pH 6
1.Frühstück:
1/2 Honigmelone
2.Frühstück:
2 Orangen
Mittag:
1,0 kg Trauben
Spätnachmittag:
3 kleine Scheiben Brot mit Butter (Ich weiß, ich bin schwach geworden!!)
Abend:
1 Handvoll geraspelte Karotten
1 kleine Schale Reis (schon wieder schwach!)
Getränke:
1 Liter Leitungswasser
Besonderheiten:
z.T. sehr großes Hungergefühl
 
Tag 2:
Daten:
187 cm, 88,6 kg, 21% Körperfett, Morgenurin pH 6
1.Frühstück:
-
2.Frühstück:
2 Grapefruit
Mittag:
1 großer Salat mit Sellerie, Karotten, Paprika, Wirsing, Bärlauch, Olivenöl (mal sehen was die Verdauung zu dieser Kombination sagt)
Spätnachmittag:
1 Handvoll rote Trauben
Abend:
-
Getränke:
1,5 Liter Osmosewasser
Besonderheiten:
z.T. sehr großes Hungergefühl
anhaltende Kopfschmerzen (Entzugserscheinungen??)
kaum Völlegefühl (hatte ich vorher öfters)
 
Tag 3:
Daten:
187 cm, 88,0 kg, 20% Körperfett, Morgenurin pH 6
1.Frühstück:
2 Orangen
2.Frühstück:
3 Bananen
Mittag:
1 großer Salat mit Salatherzen, Paprika, Olivenöl
Spätnachmittag:
-
Abend:
1 Salat mit Wirsing, Tomaten, Avocado
Spätabend:
kleiner Salat mit getr. Datteln, Feigen, Pflaumen (sehr Zucker-haltig, aber ich musste einfach...)
Getränke:
1,5 Liter Osmosewasser, 0,5 Liter Kräutertee
Besonderheiten:
Hungergefühl lässt nach
kurzzeitige Süßigkeitsattacken
leichte Schlappheit
leichte Gelenkschmerzen (v.a. im unteren Rücken)
Beine fühlen sich beim Laufen leicht und flink an
Haut besonders im Gesicht wird feiner
 
Tag 4:
Daten:
187 cm, 88,8 kg (gestern kein Stuhlgang), 21% Körperfett, Morgenurin pH 7,5 (!!)
1.Frühstück:
2 Orangen
2.Frühstück:
3 Bananen
Mittag:
1 großer Salat mit Salatherzen, Paprika, Olivenöl
Spätnachmittag:
-
Abend:
1 Salat mit Wirsing, Tomaten, Avocado
Getränke:
1,5 Liter Osmosewasser
Besonderheiten:
Haut im Gesicht fleckig (rot-weiß) wie bei Grippe
Hungergefühl lässt nach
kurzzeitige Süßigkeitsattacken
leichte Schlappheit
leichte Gelenkschmerzen (v.a. im unteren Rücken)
Beine fühlen sich beim Laufen leicht und flink an
Haut besonders im Gesicht wird feiner
Sport:
Ausgedehnter Saunagang am Abend
 
Tag 5:
Daten:
187 cm, 87,2 kg (!!, schon 1,5 kg weg), 20% Körperfett, Morgenurin pH 6,5 (komisch, is wieder weniger geworden)
1.Frühstück:
-
2.Frühstück:
- (immer noch kein Hunger)
Mittag:
1 großer bunter Salat mit Olivenöl
Spätnachmittag:
-
Abend:
5 Orangen
Getränke:
1,5 Liter Osmosewasser
Besonderheiten:
Hungergefühl sehr gering
keine Süßigkeitsattacken
Geschmacksempfinden wird sensibler
Haut besonders im Gesicht wird immer feiner
Körper fühlt sich locker an
Sport:
2 Stunden Eislaufen mit starkem Schwitzen
 
Tag 6:
Daten:
187 cm, 87,6 kg (Stuhlgang sehr gering), 21% Körperfett, Morgenurin pH 6,5
1.Frühstück:
-
2.Frühstück:
- (immer noch kein Hunger)
Mittag:
1 großer bunter Salat mit Olivenöl
Spätnachmittag:
3 Bananen
Abend:
1 kleiner Salat
Getränke:
1,5 Liter Osmosewasser
Besonderheiten:
Hungergefühl sehr gering
keine Süßigkeitsattacken
Geschmacksempfinden wird sensibler (insbesondere auf Salz)
Haut besonders im Gesicht wird immer feiner
Körper fühlt sich locker an
Sport:
Muskelkater in den Beinen und im Rücken
 
Tag 7:
Daten:
187 cm, 87,2 kg (!!, schon 1,5 kg weg), 20% Körperfett, Morgenurin pH 6,5 (komisch, is wieder weniger geworden)
1.Frühstück:
-
2.Frühstück:
- (immer noch kein Hunger)
Mittag:
-
Spätnachmittag:
1 großer bunter Salat mit Olivenöl
Abend:
1 großer bunter Salat mit Olivenöl
Getränke:
1,0 Liter Osmosewasser
Besonderheiten:
Hungergefühl sehr gering
Kurz vor dem Zubettgehen Süßigkeitsattacke (mit 3 Bananen und etwas Agavendicksaft und ein paar Mandeln bekämpft!)
Geschmacksempfinden wird sensibler (jetzt auch bei Sußem)
Gelenke fühlen sich sehr entspannt und entkrampft an
Körpergeruch ist praktisch verschwunden
Achselschweiß kaum noch vorhanden
Augenringe (Trinke ich zuwenig ? ist meine Niere überlastet ?)
Sport:
-
 
Tag 8:
Daten:
187 cm, 87,0 kg , 20% Körperfett, Morgenurin pH 7
1.Frühstück:
2 Orangen
2.Frühstück:
- (immer noch kein Hunger)
Mittag:
- (immer noch kein Hunger)
Spätnachmittag:
- (immer noch kein Hunger)
Abend:
1 großer bunter Salat (diesmal ohne Wirsing, weil mir der in der Kombination mit Tomaten Blähungen verursacht hat)
Kurz vor dem Zubettgehen noch 3 Bananen
Getränke:
1,0 Liter Osmosewasser
Besonderheiten:
Bauch ist sehr dick herausstreckbar ohne daß ein Blähgefühl existiert (Bauch fühlt sich nicht mehr so gepresst und gespannt an)
Hungergefühl sehr gering
keine Süßigkeitsattacken
Geschmacksempfinden wird sensibler
Gesicht wirkt kantiger
Körper fühlt sich locker an
Geistige Aktivitäten fallen einfacher
Sport:
-
 
Tag 9:
Daten:
187 cm, 86,4 kg , 20% Körperfett, Morgenurin pH 7
1.Frühstück:
-
2.Frühstück:
- (immer noch kein Hunger)
Mittag:
1 großer bunter Salat mit Olivenöl
Spätnachmittag:
2 Äpfel
Abend:
1 großer Obstsalat mit 4 Bananen und 2 kleinen Papayas
Getränke:
1,0 Liter Osmosewasser
Besonderheiten:
langsam normaliesiert sich alles
tagsüber einmal sehr dünner Stuhlgang
allgemeine Müdigkeit
Sport:
2 Stunden Eishockey
 
Tag 10 - 16
Ablauf ähnlich den vorangegangenen Tagen.
Besonderheiten:
Gewicht hat sich praktisch in diesem Zeitraum nicht verändert. Vielleicht lag es am zunehmendem Mond. Ich esse aber auch immer noch relativ große Mengen, einfach weil mir Rohkost immer besser schmeckt. Probehalber habe ich zwischendurch mal wieder eine Latte Macchiato getrunken, so wie ich das früher drei mal am Tag gemacht habe. Das Geschmackserlebnis dabei war aber einfach grauenhaft. So gings mir auch bei Brot. Meine frühere Lieblingssorte (Dinkel-Vollkorn) hat geschmeckt wie Schaumgummi. Alle meine früheren kulinarischen Lieblinge (z.B. Butterbreze, Fleischsalat) haben sich jetzt als geschmackliche Versager herausgestellt. So fällt der Verzicht darauf sehr sehr leicht. Hätte ich nicht gedacht, habe ich aber in verschiedenen Büchern schon gelesen. Man muß die noch im Geschmackszentrum des Hirn gespeicherten Geschmacksempfindungen früherer Tage mit den neuen Erfahrungen überschreiben, sonst macht das einen auf dauer wieder rückfällig. Das ist alles. Und genau das habe ich gemacht. Früher wäre ich für eine Butterbreze gestorben. Heute schmeckt sie für mich wie Pappmaché. Ich hätte nicht gedacht, daß sich meine Geschmacksnerven derart verändern. Esse ich heute eine einfache Birne, bin ich manchmal selbst überrascht wie gut die schmeckt. Mal sehen wie es weitergeht.
Es hat sich eine ziemliche Kälteempfindlichkeit festgesetzt. Außerdem bin ich ziemlich schlapp, zumindest im normalen Alltag. Mache ich aber Sport, z.B. Eishockey, bin ich wesentlich agiler (explosiver!!) und ausdauernder als früher. Zudem habe ich nicht mehr so lange Muskelkater danach, wie früher.
Auf meiner Waage sehe ich zwar kaum Gewicht- oder Körperfettänderungen (aktuell 86,4kg, 19% Körperfett), die Haut lässt sich aber leicht anheben und insbesondere die Beine sehen sehniger und austrainierter aus. Generell die Haut ist viel feinporiger und weicher geworden.
Mein geistiger Zustand ist ebenfalls "feinporiger" geworden. Ich brauche z.B. für das Lesen eines Buches weniger Zeit als früher.
 
Tag 17 - 41
Entschuldigung, daß ich so lange nichts mehr habe von mir hören lassen. Es trat tatsächlich etwas Langeweile in Sachen Rohkost auf. Der Ablauf war, ausgenommen die Faschingswoche und eine Woche danach, praktisch immer ähnlich.
Aktuelle Gewichtsdaten 86,2kg bei 19% Körperfett.
Fasching und die Woche danach habe ich die Rohkost vernachlässigt. Ich wollte wissen ob dieser kleine Rückfall in alte Gewohnheiten etwas bewirkt. Also habe ich zwischendurch mal wieder eine Weißwurst mit Breze gegessen, auch mal ein Bier getrunken und schon mal einen Faschingskrapfen gegessen.
Resümee: Mein Körper hat auf alle diese "Genüsse" mit mehr oder weniger starkem Unwohlsein ziemlich unmittelbar reagiert. Völlegefühl, Blähungen waren die unmittelbaren Folgen. Müdigkeit und Trägheit kamen erst später dazu. Abgesehen davon, daß mir diese Speisen nicht mehr wirklich geschmeckt haben.
Ich sehnte mich förmlich nach einem Fruchtsalat. Die Angst nach einem derartigen Essen gleich wieder mein altes Gewicht (88,7kg) zu erreichen war unbegründet. Mein Gewicht blieb absolut stabil. Wahrscheinlich hätte ich bessere Werte erzielen können, aber diese Erfahrung wollte ich unbedingt machen, weil sie mir gezeigt hat, daß ich die sog. "gutbürgerliche Küche" nicht mehr haben muß. Ich sehne mich auch nicht mehr nach derartigem Essen und muß demzufolge auch nicht mehr leiden, nur weil ich dieses oder jenes nicht mehr essen "darf". Ich glaube meine Sucht damit abgelegt zu haben. Ich kann nun frei entscheiden was ich esse und damit entscheide ich mich automatisch für die besten Lebensmittel für meinen Körper und meinen Geist. Gelegentliche Ausrutscher sind zwar nicht optimal (was mir mein Körper auch immer gleich unmittelbar wiederspiegelt), aber auch nicht besonders schlimm. Ich empfinde keinerlei Zwanghaftigkeit, ich bin frei und glücklich...
 
 
 
 
Bis auf weiteres...